Stadt oder Land — manchmal ist der Unterschied schon sehr deutlich. Insbesondere fällt er auf bei der Präsenz der Polizei. Während in Ballungszentren der verlängerte Arm der Obrigkeit an vielen Stellen spürbar ist, ist auf dem Land kaum einmal eine grüne Minna zu sehen.
Vor vielen Jahren parkte ich in München während einer eisigen, heftig verschneiten Winternacht in einem Wohnviertel mit dem rechten Hinterrad auf einem Schneehaufen, der von der Strasse auf den Bürgersteig überging. Ja, zugegeben, vermutlich befand sich der rechte Hinterreifen in fast ganzer Fülle auf dem Bürgersteig. Allerdings war der Fussweg einer dieser extrem breiten Gehsteige — ich schätzte ihn auf mindestens vier Meter. Zu keinem Zeitpunkt hatte ich den Eindruck, dass sich ein Ordnungshüter dafür interessieren könnte, dass ein Hinterreifen sich — thronend auf einem Schneehaufen — etwas vorwitzig um vielleicht 20 Zentimeter in den Bereich der Fussgänger verirrt hatte. Weit gefehlt. Nun, ich habe ein wenig gegrummelt, brav mein Knöllchen bezahlt und vermeide seitdem solche Situationen.

In vielen ländlichen Gemeinden sucht man meiner Erfahrung nach diese Sorte pflichteifriger Vertreter des Gesetzes vergeblich. Als Beispiel führe ich das Wetterauer Örtchen Echzell an: Hier wird seit Jahren …
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Veröffentlicht in Alltag in der Wetterau, Ereignisse, Verkehr, Wetterau: Regionale Themen, Überregional, Getagged Dorn-Assenheim, Holger Hachenburger, Kindergarten, Ortsdurchfahrt, Raser, Reichelsheim, Verkehrsrowdys, Verkehrunfall, Wetterau am 1. Oktober 2008 | 6 Kommentare »

Der junge Mann ist zwar ein wenig zerknirscht, aber trotzdem durchaus angriffslustig, als ich ein paar Bilder schiessen will: «Wenn Sie ein Foto von mir machen, dann zeige ich Sie an», so blafft er in meine Richtung. Kurze Zeit vorher kam er in Dorn-Assenheim mit überhöhter Geschwindigkeit von der Fahrbahn ab, überquerte den Bürgersteig, riss das Hoftor der Assenheimer Strasse 12 aus der Verankerung und prallte gegen die Hausecke des Gebäudes.
Minuten nach dem Unfall ging an genau dieser Stelle eine Gruppe von Kindern aus dem örtlichen Kindergarten vorbei. Man mag sich nicht ausmalen, was dort hätte passieren können, wenn die zeitlichen Umstände etwas ungünstiger gewesen, die Kinder dort früher vorbei gekommen wären. Reichelsheim wäre vermutlich bundesweit in den Schlagzeilen. Ich vermute, es läse sich so:
Fünf tote Kinder,
drei Schwerverletzte.
Politiker und Behörden hatten Kenntnis von der Gefahr,
niemand tat etwas

Im folgenden Bericht hätte man dann detailliert erfahren können, dass das Problem bereits seit Jahren bekannt ist, …
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